Der Erbe nach dem Erbfall: Erbschein, Anfechtung, Ausschlagung

Nach einem Erbfall ist zunächst festzustellen, ob und welche Erben aufgrund gesetzlicher Erbfolge oder Testament vorhanden sind. Hierzu kläre ich für Sie u.a. mit dem zuständigen Nachlassgericht / Zentralen Testamentsregister, ob ein Testament vorhanden bzw. bereits eröffnet ist.

Sollte ein (gemeinschaftliches) Testament oder ein Erbvertrag vorhanden sein, ist zunächst für Sie dessen Wirksamkeit und mögliche Anfechtungsgründe zu prüfen. Sollte der Verstorbene hohe Schulden hinterlassen, sind mögliche Schutzmaßnahmen zur Haftungsbegrenzung zu prüfen, damit Sie nicht mit Ihrem eigenen Vermögen für einen überschuldeten Nachlass haften.

Soweit noch unklar sein sollte, welche Vermögensgegenstände oder Schulden zum Nachlass gehören, setzen wir wir für Sie entsprechende Ansprüche auf Auskunft oder Erstellung eines Nachlassverzeichnisses für durch.

Bei einer Erbengemeinschaft unterstützen wir Sie bei der Auseinandersetzung des Nachlassvermögens und versuche Ihre Vorstellungen durch geschickte Verhandlungen mit den anderen Miterben möglichst außergerichtlich in einem verbindlichen Vergleich durchzusetzen.

Der Pflichtteilsberechtigte nach dem Erbfall: Auskunft und Pflichtteilsanspruch

Nach dem Tod des Erblassers kann dessen Ehegatte oder dessen Eltern, Kinder und sonstige Abkömmlinge unter bestimmten Umständen Pflichtteilsansprüche gegenüber den gesetzlichen oder testamentarischen Erben geltend machen.

Wir beraten Sie gerne umfassend im Hinblick auf die effektivste Strategie bei der Geltendmachung und Abwehr von Pflichtteilsansprüchen, verhandle diese zur Vermeidung von teuren Gerichtsverfahren möglichst außergerichtlich mit der Gegenseite und entwerfe dann nach dem Erzielen einer Einigung eine verbindliche Vergleichsvereinbarung für Sie.

Internationales Erbrecht

Alle Erbfälle in Deutschland richten sich seit dem 16.08.2014 nach der Europäischen Erbrechtsverordnung (EuErbVO), welche in fast allen EU-Mitgliedstaaten anwendbar ist.

Unabhängig von der Staatsangehörigkeit richtet sich das anwendbare Erbrecht nunmehr ausschließlich nach dem Recht am Ort des gewöhnlichen Aufenthalts.

Alle in Deutschland lebenden Ausländer werden somit nach deutschem Erbrecht beerbt. Ebenso alle deutschen Staatsangehörigen mit Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat nach dortigem Recht.

Deutsche Staatsangehörige, die beabsichtigen ins Ausland zu ziehen, bzw. in Deutschland lebende Personen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit, sollten daher bei Errichtung einer Verfügung von Todes wegen immer eine Rechtswahl in Betracht ziehen, mithin kann bestimmt werden, dass unabhängig vom Ort des Versterbens z.B. deutsches Erbrecht Anwendung finden soll.
Ferner ist nunmehr neben dem deutschen Erbschein auch die Beantragung eines europäischen Erbscheins zur Vorlage im Ausland möglich.

Anwaltsgebühren und sonstige Kosten

Die im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelten Gebühren bei der Beratung und Vertretung durch einen Anwalt richten sich grundsätzlich nach dem Wert der Angelegenheit. Die Kosten der anwaltlichen Beratung bei der Erstellung eines Testaments hängen beispielweise vom Vermögen des Erblassers ab. Je nach Umfang und Schwierigkeit der Angelegenheit kann auch eine von den gesetzlichen Anwaltsgebühren abweichende Honorarvereinbarung mit einem Pauschalhonorar oder Stundensatz für Ihre Erbsache vereinbart werden.